Schlürfend: Saisonschlüsse im Konzerthaus und an der Komischen Oper

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Quelle: Laura Carreras Terrada

So wie der nördliche Mensch im Herbst Sonne schlürft, um den endlosen Winter zu überstehen, schlürft der Konzertgänger im Juli Musik, um die endlose Sommerpause zu überstehen. Zweimal am Wochenende: Die Komische Oper spielte zum Abschluss ihres Neuproduktions-Festivals Mussorgskys Jahrmarkt von Sorotschinzi (mehr dazu unten), und im KONZERTHAUS gabs ein Programm mit Musik und Sonne.

Und, wichtiger als Sonne: Sommernacht. Kein Open-Air-Quatsch, sondern ein schönes spanisch-baskisches Programm des Konzerthausorchesters mit dem spanischen Dirigenten Josep Pons und zwei hinreißenden Sängerinnen. Wobei hinreißend, frei nach Loriot, das künstlerische Gesamtkonzept ist; rein sängerisch hinreißend ist zumindest eine der beiden. „Schlürfend: Saisonschlüsse im Konzerthaus und an der Komischen Oper“ weiterlesen

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Schlürfend: Saisonschlüsse im Konzerthaus und an der Komischen Oper

Entbretternd: RSB und Pietari Inkinen spielen Janáček und Sibelius

Marc-blue-black_foxEs gibt Programme, die einen retten, wenn man gerade ganz vernagelt ist im eigenen Kopf und die innere Welt vor lauter Brettern nicht sieht. Ein solches Programm spielt das Rundfunk-Sinfonieorchester unter dem jungen Finnen Pietari Inkinen im Konzerthaus.

Die Welt dieses Programms ist bevölkert von galoppierenden Helden an nordischen Meeren und von sentimentalen Förstern in böhmischen Wäldern. Und natürlich von einer mystisch-erotischen Füchsin: Die posthum zusammengestellte Suite aus Leoš Janáčeks Oper Das schlaue Füchslein steht in der Mitte des Programms, zwischen Sibelius und Sibelius.  „Entbretternd: RSB und Pietari Inkinen spielen Janáček und Sibelius“ weiterlesen

Entbretternd: RSB und Pietari Inkinen spielen Janáček und Sibelius

Schutzengelhaft: Vladimir Jurowski beim RSB mit Arvo Pärt und Mozarts Requiem

Zukunftsdurstiges Maestro-Halali: Zwei Tage nach dem Chefdirigenten in spe der Berliner Philharmoniker Kirill Petrenko gibt sich im Konzerthaus Vladimir Jurowski die Ehre, der das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) in die Nach-Marek-Janowski-Ära führen wird. Beide unter anderem mit Mozart, was nach Peter Uehling im Zeitalter des historischen Musizierens für ein klassisches Symphonieorchester von erheblicher Risikobereitschaft zeuge. Während Petrenko die Haffner-Sinfonie zerlegte und dramatisch durchglühte, drückt Jurowski seinen Bläsern tollkühn alte Instrumente in die Hände:

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Schutzengelhaft: Vladimir Jurowski beim RSB mit Arvo Pärt und Mozarts Requiem

14./15.1.2017 – Vielsingend: Vladimir Jurowski beim RSB und beim ensemble unitedberlin

egon_schiele_068Was für ein interessanter, vielseitiger Dirigent ist Vladimir Jurowski.

Am Samstag dirigiert er das Rundfunk-Sinfonieorchester, dessen Chef er im Sommer wird, mit einem Programm von (auf den ersten Blick) gediegener tschechisch-deutsch-russisch-schweizerischer Moderne. Am Sonntag das ensemble unitedberlin, dessen Artistic Advisor er seit 2015 ist, mit einem Programm von (auf den ersten Blick) schwieriger, ja mörderischer italienischer Avantgarde.

Beides im Konzerthaus.

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14./15.1.2017 – Vielsingend: Vladimir Jurowski beim RSB und beim ensemble unitedberlin

30.12.2016 – Traralos: Janowskis vorletzte Letzte beim RSB

Abschied ohne großes Trara: Marek Janowski dirigiert seine letzten beiden Konzerte beim Rundfunk-Sinfonieorchester. Zwar hat er als Chefdirigent von 2002 bis 2015 das Orchester nicht nur als Institution gerettet, sondern aus einem beklagenswerten Zustand unter Überspringung des Mittelmaßes auf höchstes Niveau gehoben (nachzuhören seit vielen Jahren, nachzulesen in Janowskis interessanter und lustiger Biografie Atmen mit dem Orchester). Dennoch werden ihm keine Denkmale oder Denkmäler (wie es heißen muss, fragte sich schon Musil) gebaut, aber hübsche Skizzen gewidmet:

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30.12.2016 – Traralos: Janowskis vorletzte Letzte beim RSB

23.12.2016 – Weihnachtsbrätlich: Humperdincks „Hänsel und Gretel“ mit RSB und Janowski

Richard Wagner,  Richard Strauss … was kann danach noch kommen?

Humperdinck.

Nach dem schon legendären Wagnerzyklus und zweimal Strauss wagt das Rundfunk-Sinfonieorchester unter Marek Janowski sich wieder an eine konzertante Opernaufführung. Auf den Tag genau 123 Jahre nach der Uraufführung durch die Staatskapelle Weimar unter Richard Strauss gibt es in der Philharmonie Engelbert Humperdincks Kinderstuben-Weihfestspiel Hänsel und Gretel.

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23.12.2016 – Weihnachtsbrätlich: Humperdincks „Hänsel und Gretel“ mit RSB und Janowski

11.12.2016 – Farbensatt: RSB, Steffens, Brantelid spielen Elgar und Vaughan Williams

Berufsorientierender Sonntagnachmittag in der Philharmonie! Eine Menge Kinder ist im Großen Saal beim englischen Konzert des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin zu Besuch. Nachdem sie den dänisch-schwedischen Cellisten Andreas Brantelid gehört und gesehen haben, dürfte ihr Wunsch klar sein: logisch, Cello lernen. (Wenn sie das nicht ohnehin schon tun.)

elgar-by-rothensteinZwar kann man diesem hochbegabten jungen Musiker (man darf einen 29jährigen wohl noch jung nennen, Kunst ist ja kein Leistungssport) keinerlei Imponiergehabe vorwerfen. Mit Jacqueline du Pré verglichen klingt ohnehin jede Interpretation dieses Stückes rank, schlank, nüchtern, und das ist auch gut so. Dennoch lässt sich Edward Elgars Cellokonzert e-Moll (1919) doch nur nach dem Motto spielen: wenn schon, denn schon.

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11.12.2016 – Farbensatt: RSB, Steffens, Brantelid spielen Elgar und Vaughan Williams