Wollend: Patricia Kopatchinskaja & Iván Fischer mit Sibelius & Bartók im Konzerthaus

50dddab938844c06e7b894ab0874dfb9Forderung: Jede Geigenschülerin im Laufe ihres Geigenschülerindaseins mindestens einmal zu Patricia Kopatchinskaja schicken. Nicht weil sie da die sauberste Bogenführung sähe oder hören würde, wie makellose Intonation geht oder süffiges Vibrato oder historisch korrektes Stilbewusstsein. Sondern weil sie da die Frage vor den Latz geknallt kriegte: Was ist dein Stil? Was willst du von der Musik?

Mit Jean Sibelius‘ Violinkonzert d-Moll op. 47 verabschiedet sich PatKop von der hochoffiziösen Würde als Staatsviolinistin-in-residencia des Konzerthauses. Da weht einen teils ein eisiger Wind an, so ungewohnt klingt das alles. „Wollend: Patricia Kopatchinskaja & Iván Fischer mit Sibelius & Bartók im Konzerthaus“ weiterlesen

Wollend: Patricia Kopatchinskaja & Iván Fischer mit Sibelius & Bartók im Konzerthaus

Spektakulös: Konzerthausorchester, Iván Fischer, Kit Armstrong spielen Kagel, Zimmermann, Beethoven

Iván Fischer-Programme können auf skurrile Weise spektakulär sein. Rund ums angeblich langweiligste der Klavierkonzerte Beethovens strickt er das originellste Programm, das in der zyklischen Aufführung aller fünfe im Konzerthaus zu hören ist: vorneweg Kagel, hintendran Bernd Alois Zimmermann.

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Spektakulös: Konzerthausorchester, Iván Fischer, Kit Armstrong spielen Kagel, Zimmermann, Beethoven

Drei von fünf: Helmchen, Piemontesi, Paul Lewis spielen Beethoven mit dem Konzerthausorchester

Was für ein Luxus im Konzerthaus: Fünf Pianisten spielen die fünf Klavierkonzerte von Ludwig van Beethoven, alles zu Ehren Alfred Brendels.

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Bevor nächste Woche Kit Armstrong und Till Fellner kommen, traten Martin Helmchen, Francesco Piemontesi und Paul Lewis auf. Drei feinsinnige Pianisten, die man nicht gerade mit Leistungssport-Klavier und Prokofjewgehämmer verbindet, an drei Abenden hintereinander, alle mit dem Konzerthausorchester unter Jan Willem de Vriend. Kombiniert jeweils mit Ferdinand Ries und Franz Schubert (mehr dazu ganz unten). „Drei von fünf: Helmchen, Piemontesi, Paul Lewis spielen Beethoven mit dem Konzerthausorchester“ weiterlesen

Drei von fünf: Helmchen, Piemontesi, Paul Lewis spielen Beethoven mit dem Konzerthausorchester

12.2.2017 – Nordfeurig: Konzerthausorchester, Schønwandt, Ibramigova, Mönkemeyer spielen Mozart, Sibelius, Niels Gade

Niels Gade? Von dem kennt man doch nur das Nordische Lied. Und das ist von Schumann. Als Gruß an G, in Form des G-A-D-E-Motivs:

Dass Gade (1817-1890), Vater der dänischen Romantik, kaum gespielt wird, versteht man um so weniger, wenn er doch mal gespielt wird. Allein dafür gebührt dem Konzerthausorchester der Goldene Lorbeer – oder das Goldene Smørrebrød. „12.2.2017 – Nordfeurig: Konzerthausorchester, Schønwandt, Ibramigova, Mönkemeyer spielen Mozart, Sibelius, Niels Gade“ weiterlesen

12.2.2017 – Nordfeurig: Konzerthausorchester, Schønwandt, Ibramigova, Mönkemeyer spielen Mozart, Sibelius, Niels Gade

13.11.2013 – Geisterstimmig (2): PatKop encore im Konzerthaus

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Der Vollständigkeit halber: Zweite Aufführung des Programms des Konzerthausorchesters mit Iván Fischer und Patricia Kopatchinskaja, das der Konzertgänger bereits am Freitag gehört hat; diesmal gemeinsam mit seinem Erstgeborenen.

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13.11.2013 – Geisterstimmig (2): PatKop encore im Konzerthaus

11.11.2016 – Geisterstimmig: Patricia Kopatchinskaja, Iván Fischer, KHO spielen Cerha, Schumann, Beethoven

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Dass Robert Schumanns Violinkonzert d-Moll bis heute so einen zweifelhaften Ruf hat, ist völlig unverständlich … sobald man es hört!

Warum das Stück seine Kindheit im Gefängnis verbrachte, eingekerkert von Clara, Brahms und Joseph Joachim, und was die Geisterstimmen von Schumann und Joachim sowie der leibhaftige Joseph Goebbels mit der problematischen Adoleszenz des Konzerts zu tun hatten, hat Patricia Kopatchinskaja in einer lesenswerten Einführung erklärt.

Wie umwerfend es klingt, zeigt Kopatchinskaja im Konzerthaus, bevor sie auch nur einen einzigen Ton gespielt hat: „11.11.2016 – Geisterstimmig: Patricia Kopatchinskaja, Iván Fischer, KHO spielen Cerha, Schumann, Beethoven“ weiterlesen

11.11.2016 – Geisterstimmig: Patricia Kopatchinskaja, Iván Fischer, KHO spielen Cerha, Schumann, Beethoven

3.6.2016 – Sternstunde: Pergolesis „Stabat Mater“ ohne Jaroussky, aber mit Stutzmann

Sänger krank, singt halt der Dirigent: Was man bei Netrebko und Thielemann nur ungern erleben würde, funktioniert im Konzerthaus Berlin. Wobei funktionieren eine Untertreibung ist: Die Enttäuschung darüber, dass der Countertenor und diesjährige Artist in Residence Philippe Jaroussky krankheitsbedingt absagen musste, verwandelt sich dank Nathalie Stutzmann in die glückliche Gewissheit, einer musikalischen Sternstunde ohnegleichen beigewohnt zu haben.

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3.6.2016 – Sternstunde: Pergolesis „Stabat Mater“ ohne Jaroussky, aber mit Stutzmann