Kreuzluftspiegelnd: Wiederaufnahme „Don Carlo“ an der Deutschen Oper

alonso_sanchez_coello_koenig_philipp_ii._von_spanien_in_spanischer_hoftracht_mit_dem_orden_vom_goldenen_vlies_um_1568_originalHier keine Perlenfischer. In Berlin hat man ja den Luxus, nach anderen Perlen zu fischen: Man kann z.B. Giuseppe Verdis Don Carlo, gestern an der Deutschen Oper wiederaufgenommen, mit dem eben gehörten Don Carlo an der Staatsoper vergleichen. Dort alles in allem differenzierter, hier theatralischer, auch plakativer, für den Konzertgänger letztlich aber emotional berührender.

Noch anregender der Vergleich mit dem sehens- und hörenswerten Boris Godunow, der eben an der Deutschen Oper Premiere hatte: Traurige Despoten unter sich, der Boris und Carlos Vater Philipp (siehe rechts). Beide wahrscheinlich gar keine schlechten Könige, so sub specie historiae betrachtet. Aber wie sie sich quälen sich sub specie aeternitatis (im Puschkin-Russland) bzw sub specie amoris (im Schiller-Spanien). „Kreuzluftspiegelnd: Wiederaufnahme „Don Carlo“ an der Deutschen Oper“ weiterlesen

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Kreuzluftspiegelnd: Wiederaufnahme „Don Carlo“ an der Deutschen Oper

Basskreiselnd: Mussorgskys „Boris Godunow“ an der Deutschen Oper

Dieser neue Boris Godunow an der Deutschen Oper hat ein offensichtliches und ein offenhörliches Zentrum. Das offensichtliche ist ein bunter Kreisel: kein Brummkreisel, sondern ein schaurig stummer. Das offenhörliche sind die farbigen Bässe: keine Brummbässe, sondern melosströmende.

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Basskreiselnd: Mussorgskys „Boris Godunow“ an der Deutschen Oper

Schmerzlich: Brittens „Billy Ohnesorg“ an der Deutschen Oper

Black_sea_by_Ivan_Aivazovsky2. Juni, schmerzlicher Abschied von Benjamin Brittens Billy Budd: für diese Saison, hoffentlich nicht für immer. Aber wo soll die Deutsche Oper Berlin das Publikum herzaubern für dieses Juwel? Besser kann sie ja kaum sein, dieser Billy Budd gehört(e) zum Stärksten, Eindrucksvollsten, Berührendsten, was hier in den letzten Jahren auf die Bühne gekommen ist. „Schmerzlich: Brittens „Billy Ohnesorg“ an der Deutschen Oper“ weiterlesen

Schmerzlich: Brittens „Billy Ohnesorg“ an der Deutschen Oper

Hochseetüchtig? Dirigent Moritz Gnann zur Wiederaufnahme von „Billy Budd“ an der Deutschen Oper

WinslowHomer-Eight_Bells_1886Zu den verdienstvollsten Bemühungen der letzten Jahre an der Deutschen Oper gehört das Engagement für das Werk von Benjamin Britten — zuletzt Death in Venice. Frommer Wunsch, weil’s wahrscheinlich der Highway to Pleite wäre: nicht nur Verdi- und Wagner-Wochen, sondern einmal eine Britten-Woche, inklusive The Rape of Lucretia.

Jetzt kommt der großartige Billy Budd wieder, jene geheimnisvolle Melville-Veroperung, in der es nicht nur um Männerliebe geht, die sich nicht anders als in Hass auszusprechen vermag, sondern auch um die mystische Kraft des Stotterns. Wo wird in der Operngeschichte sonst so bedeutungsvoll gestottert?

Der Dirigent Moritz Gnann dirigiert Billy Budd dreimal (24. & 26. Mai, 2. Juni), zudem in einer kuriosen Kombination Donizettis L’Elisir d’Amore am 23. & 27. Mai. Zuvor hat der dem Konzertgänger ein paar Fragen beantwortet. „Hochseetüchtig? Dirigent Moritz Gnann zur Wiederaufnahme von „Billy Budd“ an der Deutschen Oper“ weiterlesen

Hochseetüchtig? Dirigent Moritz Gnann zur Wiederaufnahme von „Billy Budd“ an der Deutschen Oper

Schwarzgrünschwarz: Wagners „Fliegender Holländer“ an der Deutschen Oper

Kohlrabendüsterer neuer Holländer, der eigentlich Erik und Senta heißen müsste – sowohl was Sängerleistungen als auch was Regiekonzept angeht.

August_Strindberg_-_Storm_in_the_Skerries._-The_Flying_Dutchman-_-_Google_Art_Project „Schwarzgrünschwarz: Wagners „Fliegender Holländer“ an der Deutschen Oper“ weiterlesen

Schwarzgrünschwarz: Wagners „Fliegender Holländer“ an der Deutschen Oper

Resonanz und Hygiene

Was wird nicht alles bekakelt, wenn es um die Klassik geht! Unsterbliche und vergessene Werke, spektakuläre und enttäuschende Aufführungen, Weltstars, Blender, geheime Sandrart-cupidMeister ihres Fachs – keine unwichtigen Dinge, gewiss. Doch wer spricht von den Toiletten? Dabei kann niemand bestreiten, dass der Konzertbesucher dort Minuten von hoher Dringlichkeit verbringt. Nicht nur, weil es innerste Bedürfnisse gilt, sondern auch, weil Musik nachklingen will und muss.

Doch hält das stille Örtchen, was sein Name verheißt? Dieser Frage gehe ich im neuen VAN-Magazin nach. Ein investigativer Blick in die Eingeweide der Klassik.

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Resonanz und Hygiene

Ewiglächelnd: „Götterdämmerung“ an der Deutschen Oper

„Vivat Götz!“ schallt es aus Reihe 16 oder 17, nachdem der letzte Ton der Götterdämmerung verklungen ist und damit der erste von zwei Abschiedszyklen des Rings des Nibelungen vorbei. Aber genau mit dieser Götzdämmerung lässt die Deutsche Oper ja ihren Götz Friedrich hochleben, indem sie sich, wie er es schon zu Lebzeiten wollte, ab 2020 an einen neuen 800px-Siegfried_and_the_Twilight_of_the_Gods_p_130Ring macht. Für diesmal aber kommt der Konzertgänger mit guter Kunde zurück aus dem alten Ring. Noch einmal – zum letzten Mal – lächelte ewig der Gott.

Nur kaltschnäuzige Opernfreunde und, zugegeben, auch die ächzende Bühnenapparatur ersehnen schon lange das Ende der ewigen Qual. Fataler Hörfehler, denn Waltraute singt ja vom Ende der Ewigen Qual! (Wie macht man beim Singen Groß- und Kleinschreibung hinreichend deutlich?)

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Ewiglächelnd: „Götterdämmerung“ an der Deutschen Oper